Pilates Board: Was das Reformer-Board kann und ob es sich lohnt

Pilates Board: Was das Reformer-Board kann und ob es sich lohnt

Wer heute „Pilates Board“ sucht, meint fast immer ein bestimmtes Gerät: ein faltbares Trainingsbrett mit Widerstandsbändern, Griffen und Kniepolster, das im Handel auch als Pilates Reformer Board oder Mini-Reformer verkauft wird. Es ist günstig, passt unter das Sofa und verspricht Reformer-Training für zu Hause. Was davon stimmt, was das Board wirklich kann und wann ein echter Reformer die bessere Wahl ist, klärt dieser Ratgeber.

Was Pilates als Methode ausmacht, steht in Was ist Pilates?, das Original-Gerät erklärt Was ist Reformer Pilates?

Was ist ein Pilates Board?

Die meisten Modelle sind nach dem gleichen Prinzip gebaut:

  • Ein klappbares Brett, meist aus PP-Kunststoff, bei teureren Modellen aus Holz und Aluminium. Aufgeklappt rund einen Meter lang, zusammengeklappt etwa halb so groß. Die meisten wiegen nur wenige Kilogramm.
  • Widerstandsbänder, die an den Enden eingehängt werden, für Zugübungen mit Armen und Beinen.
  • Griffe für Liegestütze und Stützübungen.
  • Ein Kniepolster, damit Übungen im Knien nicht auf hartem Kunststoff stattfinden.
  • Bei vielen Modellen ein rollendes Teil mit automatischem Rückzug, das wie ein Bauchroller funktioniert: Du schiebst es aus dem Stütz oder Knien nach vorne, Federn oder Gummizüge ziehen es zurück.

Hersteller werben oft mit „7 in 1“ oder „8 in 1“. Gemeint ist, dass Bauchroller, Liegestützgriffe, Bänder und Plank-Trainer in einem Gerät stecken.

Pilates Board oder echter Reformer?

Der Name verspricht mehr, als das Gerät hält. Der Unterschied ist grundlegend:

Pilates BoardReformer
WiderstandGummibänder, teils Rückzug am RollerMehrere Federn, fein abgestuft
BewegungBrett liegt fest, nur Roller oder Bänder bewegen sichGanzer Wagen gleitet auf Schienen
ÜbungenBauchroller, Stütz, Liegestütz, BandübungenMehrere hundert, liegend, sitzend, kniend, stehend
PlatzKlappbar, verstaubarRund 2,3 bis 2,5 Meter lang
PreisNeu oft um 80 EuroAb einigen hundert Euro

Ein Pilates Board ist also eher ein vielseitiges Bauch- und Ganzkörpergerät als ein kleiner Reformer. Für Rumpfkraft, Arme und Kraftausdauer ist es gut. Die typischen Reformer-Übungen wie Footwork, Feet in Straps oder Long Stretch lassen sich darauf nicht ausführen, weil der gleitende Wagen fehlt.

Ist ein Pilates Board sinnvoll?

Sinnvoll ist es, wenn du zu Hause mit wenig Platz trainierst, Bauch- und Rumpfübungen abwechslungsreicher machen willst und kein großes Budget hast. Auch als Ergänzung zu Mattenpilates oder zum Studio funktioniert es gut.

Weniger sinnvoll ist es, wenn du eigentlich Reformer-Pilates lernen willst. Dann übst du auf dem Board andere Bewegungen, ohne die Führung durch Federn und Wagen. In dem Fall ist eine Probestunde im Studio der bessere erste Schritt. Studios nach Stadt findest du in der Studiosuche. Soll es ein eigenes Gerät sein, vergleicht der Reformer-Kaufratgeber die Preisklassen.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Maximales Körpergewicht: Die Herstellerangaben reichen von etwa 100 bis rund 200 Kilogramm. Nimm ein Modell, dessen Grenze deutlich über deinem Gewicht liegt, denn bei dynamischen Übungen wirken mehr als das Körpergewicht.
  • Rutschfeste Unterseite: Gummifüße oder Grip-Pads, die auch auf Parkett und Fliesen halten.
  • Stabiles Scharnier: Beim Aufklappen darf nichts wackeln. Das Scharnier ist bei billigen Boards die erste Schwachstelle.
  • Austauschbare Bänder: Gummibänder ermüden. Gut ist, wenn es sie einzeln und in verschiedenen Stärken zum Nachkaufen gibt.
  • Leiser Roller: Rollen aus weichem Kunststoff oder Gummi sind in der Wohnung angenehmer als harte Räder.
  • Material: Holz und Aluminium sind stabiler und hochwertiger als Kunststoff, kosten aber mehr.

Den Begriff „Testsieger“ in Shops solltest du hinterfragen. Oft stammt er von Vergleichsseiten, die die Geräte nicht selbst getestet haben.

6 Übungen für Einsteiger

Starte mit den ersten drei Übungen und nimm die anderen dazu, wenn die Grundspannung sicher sitzt. Wie du die Rumpfspannung aufbaust, erklären die Pilates-Übungen für zu Hause.

  1. Liegestütz an den Griffen (auf den Knien): Hände an den Griffen, Knie auf dem Polster, Körper von Kopf bis Knie in einer Linie. Langsam absenken und hochdrücken. 2–3 × 8–10.
  2. Rudern mit Band im Sitz: Im Langsitz auf dem Board, Band um die Füße, Ellenbogen eng am Körper nach hinten ziehen, Schulterblätter zusammen. 2–3 × 12.
  3. Plank auf dem Board: Unterarme auf dem Board, Körper gerade, Bauch fest. 3 × 20–30 Sekunden.
  4. Kniender Bauchroller: Knie auf dem Polster, Hände auf dem rollenden Teil, kontrolliert ein Stück nach vorne schieben und mit Bauchkraft zurückholen. Anfangs nur einen kleinen Weg. 2 × 6–8.
  5. Knie zur Brust im Stütz: Hoher Stütz, Füße auf dem rollenden Teil, Knie Richtung Brust ziehen und wieder strecken. 2 × 8.
  6. Seitliches Beinziehen mit Band: In Seitlage, Band um beide Fußgelenke, oberes Bein kontrolliert gegen den Widerstand anheben. 2 × 12 je Seite.

Bei Rückenbeschwerden lass Übung 4 und 5 weg, bis eine Trainerin oder Physiotherapie sie freigibt. Beide belasten den unteren Rücken, wenn die Rumpfspannung nachlässt.

Wo man ein Pilates Board kauft

Faltbare Pilates Boards verkaufen die großen Online-Marktplätze wie Amazon und Otto in vielen Varianten, Preisvergleichsseiten wie Idealo zeigen die Spanne. Gebrauchte Boards gibt es regelmäßig auf Kleinanzeigen, teils ab 25 Euro. Aldi hat unter der Marke CRANE ein „Fitness Reformer Board“ mit Widerstandsbändern als Aktionsware angeboten, das nur in Aktionswochen erhältlich ist.

Manchmal gemeint: das Balance Board

Seltener ist mit „Pilates Board“ eine Balance-Platte mit gewölbter Unterseite gemeint, auf der man steht, kniet oder stützt, um Instabilität ins Training zu bringen. Das ist ein anderes Gerät: Es hat keine Bänder und keine Rollen, sondern trainiert allein über den wackeligen Untergrund Gleichgewicht und Tiefenmuskulatur. Eine sanfte Form von Instabilität bringt auch ein weicher Pilates-Ball unter Becken oder Rücken. Alle Kleingeräte im Überblick findest du unter Pilates-Geräte für zu Hause.

Häufige Fragen

Was ist ein Pilates Board? Ein faltbares Trainingsbrett für zu Hause, meist aus Kunststoff oder Holz, mit Widerstandsbändern, Griffen, Kniepolster und oft einem rollenden Teil mit Rückzug. Es wird auch Pilates Reformer Board genannt, weil es einige Übungen des Reformers nachahmt. Ein echter Reformer mit Wagen, Schienen und Federn ist es nicht.

Was bringt ein Pilates Board? Es macht Kraftübungen für Rumpf, Arme und Beine zu Hause abwechslungsreicher: Bauchroller-Übungen, Planks, Liegestütze an Griffen und Zugübungen mit Bändern. Für Rumpfkraft und Kraftausdauer ist es eine sinnvolle Ergänzung. Den fein dosierbaren Federwiderstand und die geführten Bewegungen eines Reformers ersetzt es nicht.

Ist ein Pilates Board sinnvoll? Für Heimtraining mit wenig Platz und kleinem Budget ja, vor allem wenn du Bauch- und Ganzkörperübungen ergänzen willst. Wer klassisches Reformer-Pilates lernen möchte, ist im Studio oder mit einem echten Heimreformer besser aufgehoben.

Wie viel kostet ein Pilates Board? Ein typisches faltbares Kunststoff-Board kostet neu um die 80 Euro, gebrauchte gibt es auf Kleinanzeigen teils ab 25 Euro. Die Preise schwanken stark je nach Ausstattung. Boards aus Holz und Aluminium mit beweglicher Platte kosten mehr. Ein echter Heimreformer beginnt dagegen erst bei einigen hundert Euro.

Ist ein Pilates Board für Anfänger geeignet? Ja, wenn du mit den einfachen Übungen beginnst: Liegestütz an den Griffen auf den Knien, Zugübungen mit Band im Sitz, Plank. Bauchroller-Übungen über den ganzen Bewegungsweg belasten den unteren Rücken stark und kommen erst, wenn die Grundspannung sicher sitzt.