Pilates-Kleidung: Was du anziehst — auf der Matte und am Reformer

Pilates-Kleidung: Was du anziehst — auf der Matte und am Reformer

Beim Pilates geht es weniger um Style als um eine einfache Frage: Stört die Kleidung bei der Bewegung, oder nicht? Die meisten Ratgeber hören bei „bequem und dehnbar“ auf. Das stimmt, reicht aber nicht, sobald du am Reformer trainierst. Dort gibt es ein paar Regeln, die viele erst in der ersten Stunde erfahren.

Die Grundregel: eng, dehnbar, ohne Hartteile

Pilates-Übungen finden viel in Rückenlage statt, mit angehobenen Beinen, im Abrollen oder sogar mit den Beinen über dem Kopf. Daraus ergeben sich drei Anforderungen:

  • Eng anliegend: Weite Shirts rutschen in Rückenlage Richtung Kinn, weite Hosenbeine fallen bei angehobenen Beinen nach unten. Außerdem muss die Trainerin oder der Trainer sehen, wo deine Wirbelsäule, dein Becken und deine Knie stehen. Wenn die Kleidung die Haltung verdeckt, können sie nichts korrigieren.
  • Dehnbar: Elastan-Anteil, Vierwege-Stretch. Die Hose sollte bei einer tiefen Beugung nicht spannen und nicht durchsichtig werden (der klassische „Squat-Test“ vor dem Spiegel hilft).
  • Ohne Hartteile: Keine Reißverschlüsse, Nieten oder dicken Nähte an Stellen, auf denen du liegst. Das gilt besonders für den Rücken und das Gesäß.

Das Material ist zweitrangig. Klassisches Pilates ist kein schweißtreibender Ausdauersport, aber in dynamischen Reformer-Kursen oder beheizten Räumen kommt man ins Schwitzen. Ein Funktionsmaterial, das schnell trocknet, ist dann angenehmer als reine Baumwolle.

Das Outfit im Einzelnen

Unten: Leggings in voller Länge oder 7/8 sind der Standard. Kurze Radlerhosen gehen ebenso. Ein hoher Bund, der beim Abrollen nicht rutscht, ist Gold wert. Am besten mit flachem, breitem Bund ohne Kordel, die in Rückenlage drückt.

Oben: Ein eng anliegendes Top, Tanktop oder Shirt. Ein Crop-Top funktioniert, wenn es nicht hochrutscht. Oberteile mit integriertem BH sind beliebt, weil sie keine Verschlüsse am Rücken haben. Weite Oversize-Shirts sind nur okay, wenn du sie in den Bund steckst oder knotest.

Sport-BH: Leichter bis mittlerer Halt reicht, denn Pilates kommt fast ohne Sprünge aus (Ausnahme: Kurse mit Jumpboard am Reformer). Wichtiger ist, dass am Rücken kein Häkchen-Verschluss sitzt, der in Rückenlage drückt. Ringer- oder Überkreuzrücken ohne Metall sind ideal.

Füße: Barfuß auf der eigenen Matte zu Hause, im Studio fast immer rutschfeste Pilates-Socken. Schuhe trägt man beim Pilates nicht.

Haare: Ein tiefer Zopf oder ein Dutt direkt am Hinterkopf wird in Rückenlage unbequem. Besser ist ein Zopf seitlich oder ein flacher, tiefer Pferdeschwanz. Große Klammern oder Spangen lieber weglassen.

Am Reformer: was zusätzlich gilt

Am Reformer liegt, kniet oder steht man auf einem beweglichen Wagen mit Polstern, Federn und Schlaufen. Das bringt ein paar zusätzliche Regeln:

  1. Keine Reißverschlüsse, Nieten oder Knöpfe. Sie können das Kunstlederpolster aufreißen. Viele Studios weisen in der Hausordnung ausdrücklich darauf hin. Auch Jacken mit Reißverschluss werden vor der Stunde ausgezogen.
  2. Keine weiten Hosenbeine oder Shorts. Bei der Beinarbeit in den Schlaufen (Feet in Straps) sind die Beine hoch in der Luft. Weite Shorts rutschen dabei, und lockerer Stoff kann sich in Schlaufen oder Federn verfangen.
  3. Kein Schmuck. Ringe drücken beim Greifen der Schlaufen oder der Fußstange, Armbänder und lange Ketten können hängen bleiben. Kleine Ohrstecker sind meist unproblematisch.
  4. Grip-Socken sind Pflicht. Der Wagen ist glatt, und Barfußtraining ist in den meisten Studios aus Hygienegründen nicht erlaubt.
  5. Wenig Stoff am Rücken. Dicke Kapuzen, Taschen oder Verzierungen am Rücken drücken auf dem Wagen, ähnlich wie ein Metallverschluss.

Wer in einem Studio bucht, sollte vor der ersten Stunde kurz in die Hausordnung schauen. Einige Studios haben eigene Regeln, zum Beispiel zu Socken der Hausmarke. Studios in deiner Stadt findest du in der Studiosuche.

Pilates-Kleidung für Damen

Die Grundregel gilt genauso: eng, dehnbar, ohne Hartteile. Bewährt hat sich eine High-Waist-Leggings, die beim Einrollen in Rückenlage nicht herunterrutscht, dazu ein Sport-BH mit leichtem bis mittlerem Halt und ein eng anliegendes Top oder Shirt. Weite Oberteile rutschen bei Übungen in Rückenlage und bei Umkehrübungen über den Kopf. Lange Haare am besten mit einem flachen Zopfgummi tief im Nacken oder seitlich zusammenbinden. Ein hoher Dutt drückt in Rückenlage auf den Hinterkopf.

Am Reformer gelten zusätzlich die Regeln oben: keine Reißverschlüsse, Nieten oder Verzierungen, die das Polster beschädigen können, und kein Schmuck.

Pilates-Outfit-Sets

Viele Marken verkaufen Leggings und Top oder BH als Set in passender Farbe. Für das Training bringt ein Set keinen Vorteil, es ist eine Stilfrage. Wenn du eins kaufst, prüfe vor allem die Leggings: blickdicht beim tiefen Vorbeugen, ein Bund, der beim Einrollen nicht rollt, und flache Nähte.

Pilates-Kleidung für Männer

Männer fragen sich oft, was „eng anliegend“ für sie konkret heißt. Die einfachste Lösung: eine Trainingshose oder Tights, alternativ Radlerhosen oder Laufshorts mit enger Innenhose. Weite Basketball- oder Freizeitshorts sind die typische Fehlbesetzung, weil sie bei Übungen mit angehobenen Beinen verrutschen. Oben reicht ein anliegendes Funktionsshirt. Für die Füße gelten die gleichen Regeln wie für alle: Grip-Socken im Studio, barfuß zu Hause.

Günstig oder Markenware?

Die Suchergebnisse zu „Pilates-Outfit“ sind voll von Sets bekannter Marken, gern für 100 Euro und mehr. Für das Training selbst braucht es das nicht. Ein Einsteiger-Outfit bekommst du bei Decathlon, H&M, Tchibo oder in Discounter-Aktionswochen für unter 40 Euro komplett. Mehr Geld lohnt sich vor allem bei der Leggings: Hochwertigere Stoffe sind blickdichter, rutschen weniger und halten die Form länger.

Unsere Empfehlung: Kauf zuerst ein Paar Grip-Socken und nutze Sportkleidung, die du schon hast. Nach zwei, drei Stunden weißt du, was dich wirklich stört, und kaufst gezielt nach.

Checkliste für die erste Stunde

  • Enge, dehnbare Leggings oder Sporthose, blickdicht
  • Anliegendes Top oder Shirt, bei Frauen ein Sport-BH ohne Metallhaken
  • Rutschfeste Grip-Socken (im Studio meist Pflicht)
  • Haare seitlich oder tief und flach zusammengebunden
  • Kein Schmuck, keine Reißverschlüsse
  • Wasserflasche und für danach eine leichte Jacke

Wer ganz neu im Thema ist, findet den Einstieg in den Artikeln Was ist Pilates? und Pilates-Übungen für zu Hause.

Häufige Fragen

Was zieht man bei Pilates an? Eng anliegende, dehnbare Sportkleidung: eine Leggings oder enge Sporthose, ein anliegendes Top oder Shirt und bei Frauen einen Sport-BH mit leichtem bis mittlerem Halt. Dazu rutschfeste Grip-Socken, wenn du im Studio oder am Reformer trainierst. Weite Kleidung rutscht bei Übungen in Rückenlage und Umkehrhaltungen und verdeckt die Körperhaltung, die der Trainer korrigieren soll.

Hat man beim Pilates Schuhe an? Nein. Pilates wird ohne Schuhe trainiert. Auf der Matte zu Hause geht barfuß, im Studio und am Reformer sind rutschfeste Pilates-Socken üblich und meist Pflicht. Straßen- oder Laufschuhe sind in praktisch keinem Pilates-Studio erlaubt.

Was darf man am Reformer nicht tragen? Alles mit Reißverschlüssen, Nieten, Knöpfen oder harten Verschlüssen, weil es das Polster beschädigen oder in Federn und Schlaufen hängen bleiben kann. Ebenfalls ungünstig: weite Shorts und lockere Oberteile, die bei Beinarbeit in den Schlaufen oder in Rückenlage verrutschen, dazu Schmuck und große Haarspangen am Hinterkopf, auf denen man in Rückenlage liegt.

Was ziehen Männer beim Pilates an? Eine enge Trainingshose, Radlerhose oder kurze Hose mit enger Innenhose, dazu ein anliegendes Funktionsshirt. Weite Basketball- oder Laufshorts sind ungünstig, weil sie bei Übungen mit angehobenen Beinen verrutschen. Die Grip-Socken gelten für Männer genauso.

Was braucht man alles fürs Pilates? Für den Einstieg im Studio: bequeme, enge Sportkleidung, ein Paar rutschfeste Grip-Socken und eine Wasserflasche. Matte und Geräte stellt das Studio. Für zu Hause kommt eine rutschfeste Pilates- oder Gymnastikmatte dazu, kleines Zubehör wie ein Soft-Ball oder ein Band ist optional.